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5
Wochen danach …. Teil 2 |
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…ein
anderer Tag, ausserhalb von Kottegoda, Sumany zeigt uns einen Bittbrief, wer
englisch kann, schreibt diese und zeigt sie dem Nachbarn, der sie dann
abschreibt, sie sind fast unleserlich durch das viele voneinander
abschreiben, aber man weiß ja, was darauf steht, nach was dort gefragt wird,
also auch wieder die Chance, das eigenen Karma durch eine Spende zu
verbessern, man kann hier nicht nein sagen, auch wenn die Betroffenen aus der
Nachbargemeinde sind. Die meisten gehören zu den Tagelöhnern, sie bekommen
keine Beihilfe, nur Rationen, wenn sie den Status als Flutopfer haben. Derselbe
Tag „jetzt erst zur Gemeindeverwaltung nach Dickwella“ ist der Rat von
Gamini, und in der Tat, hier wurde ein Krisenzentrum geschaffen, Armee,
Polizei und Hilfsorganisatinen, italienische Feuerwehrleute, belgische Ärzte,
alles läuft von hier aus, an den Wänden Karten, Übersichten, wir haben ein
gutes Gefühl, dann zeigt man uns die Statistiken, Tsunami File steht auf dem
abgegriffenen Register, von den 230 in Lunukalapuwa gemeldeten Familien
wurden 38 als „replaced“ eingestuft, dies bedeutet, die bekommen ein Haus
gebaut. Für diejenigen, welche ihr Haus illegal bauten, wird von der
Regierung kein Ersatz geboten, hier muss die Gemeinde sorgen, hier bleibt auf
Anraten von Gamini unser erstes größeres Spendenpäckchen, wie gesagt, wir
haben ein gutes Gefühl dabei, es scheint die richtige Adresse zu sein,
dazwischen jetzt plötzlich Journalisten, wollen ein Interview, der
Gemeindevorsteher bleibt aber hart, erst akribisch alles eintragen, Betrag,
Organisation, ja welche Organisation eigentlich, ich biete den Namen
Vattersgarden an, ziehe die Liste von Sandra aus der Tasche, nein, ich kann
sie nicht hierlassen, es stehen noch Namen darauf welche ich noch brauche,
kein Problem, ein Angestellter wird gerufen, man wird die Liste kopieren,
nein, hier ist kein Kopierer, aber nach ein paar Minuten kommt der Mann
wieder, irgendwie geht hier alles, und wieder …. wir haben ein gutes Gefühl
…. Mittlerweile
kommt Ravi zurück aus Matara, die letzten 14 Campingzelte wurden aufgekauft,
da einige Familien ihr heimatliches Areal wegen Plünderern nicht verlassen
wollten, die Idee dazu kam wieder mal von Gamini, er prüft den Beleg, er
scheint zufrieden zu sein, hätten wir’s gekauft, wäre wieder der „Zuschlag“
drauf gewesen, Sudhapreis, (Sudha= der Weisse) nennt es Andreas, fingert die
Aufstellanleitung aus einem Zeltsack, möchte gleich aufstellen helfen, Major
Gamini winkt ab, wir haben jetzt Meeting mit dem Dorf, hinter uns aus dem
Jeep springen zwei Soldaten, sie kümmern sich darum, wir werden uns dies
nachher nochmal anschauen, und das obligatorische Foto mit den Familien
machen, Sujids Familie überglücklich, ja er kann natürlich das Foto im Hotel
abholen, Gamini übersetzt dies auch
den anderen Familien. Zwischenzeitlich
werden wir unser zweites Spendenpäckchen los, der Highpriest von Kottegoda hatte
zum Meeting im Nachbartempel geladen, Gamini hatte gute Vorarbeit geleistet
und riet zu dieser Art der Verteilung, die Mönche hier haben einen grossen
Einfluss, was sie sagen ist Gesetz. Viele Dorfbewohner kamen aufgrund des
Aufrufes zu diesem Anlass, staunen, raunen, reden, übersetzen, dann die
Zusage dass es in vier Wochen nochmal ein Päckchen gibt, ja es wird dieselbe
Summe sein, Zufriedenheit unter den Alten, den Jungen, den Rednern und den
Akteuren, Andreas übergibt das Geldpaket, wieder etwas Verantwortung weniger,
und wieder - ein gutes Gefühl ! Die
Story vom Wellblech, Garvin zeigt uns seine geretteten Teile, Percy hatte uns
Dachziegel versprochen, schnell, als Soforthilfe bestellt, zuhause erreichte
uns dann die Nachricht, es gibt nur Well-Eternit, auch gut, wurde
entschieden, Hauptsache Dach über’m Kopf, geliefert wurden dann
Wellblechplatten, anfangs ärgerten wir uns über diese Eigenständigkeit aber
dann wurde uns klar, dass Wellblech dann doch die beste Lösung ist, leicht,
nicht zerbrechlich, zuerst als Dachersatz wird es später dann noch manchen
Anbau erlauben. Leider gab es bei der Verteilung manche Probleme, unschöne
Szenen, wie bei den anderen Sachspenden, jetzt sind wir klüger, so etwas geht
eben nur mit Hilfe von Autorität, Major Gamini eben. Das
erste „neu“ errichtete Haus im Dorf, aus allem was die Flut vorbeibrachte,
einer der Armen im Dorfe, unser Kokosnusspflücker hatte Glück bei der
Verteilung des Wellblechs und den Rest brachte die Flut an seinem Grundstück
vorbei, auch unser altes weißes
Rezeptionsfenster, na ja vielleicht wurde es nicht durchs Wasser gebracht,
jedenfalls wurde es sofort verbaut, Andreas und ich sind uns einig, nein, wir
werden uns nicht darüber ärgern, er braucht es eben dringender, auch die
Ziegelsteine, welche noch auf unserem Parkplatz gestapelt waren. Da wäre
noch die Geschichte von Garvin, Rob und Nellie aus Holland kaufte seiner
Familie ein Grundstück und bezahlte den Rohbau bereits beim Contractor,
wieder mal Percy, dieser hatte jedoch nie damit angefangen, immer wieder
Ausreden, nur die Foundation hatte er gebaut. Glück im Unglück, jetzt stufte
die Regierung Garvins Haus als vom Tsunami zerstört in die Kategorie A ein:
Garvins Familie bekommt jetzt ein neues Haus ! Nancy,
unsere Zimmerfee und Bett-Blütenkünstlerin hat alles, aber auch wirklich
alles verloren, sie zeigt auf ihr ehemaliges zertrümmertes Haus, das was
darin war, hat die Flut in das Dorf verteilt, Eingeweihte wissen, das sie
sowieso vom Schicksal gezeichnet ist, ihr Mann wurde ermordet und ihr Sohn
sitzt seit Jahren unschuldig im Gefängnis. Daher hat man ihr immer ihren
Trick verziehen, den mit den kaputten Dachziegeln in Ihrem Anbau „no money
for repair“ hatte sie immer ihren Besuchern erklärt, die so erbettelten
Rupies flossen immer in die Anwaltskosten. Ihr
Haus lag direkt an der Lagune wo die Flutwellen rechts und links von der
Halbinsel Vattersgarden zusammenkamen. Nancy
wohnt jetzt vorübergehend im Camp von Kottegoda in einer festen Baracke, auch
sie bekommt ein neues Haus gebaut. Mali
hat das halbe Haus verloren, mehrmals am Tag besucht sie es, ihr Haus liegt
in der Nachbarschaft von Nancy, auch sie wurde in die Kategorie A eingestuft
und lebt momentan mit ihren Kindern im Camp, da sie dort voll versorgt wird.
„wann kommen wieder Gäste ?“ fragt sie uns. (Bilder können durch
daraufklicken vergrössert werden) |
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