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Wochen danach …. Teil 3 |
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Wir
befinden uns jetzt ca. 2 km weg von Vattersgarden, im „Refugee
Camp“ in Kottegoda, es wurde von einem großen
Zeitungsverlag aus Colombo (Sri Lankan Daily News
etc.) gesponsert, die täglichen Kosten bestreitet die Regierung von den
ausländischen Spendengeldern. Auch
hier alles offensichtlich gut organisiert, ärztliche Betreuung, Schutz durch
Soldaten, Gamini macht uns mit dem leitenden
Offizier bekannt, stolz führt uns der junge Oberleutnant durch die Zeltstadt,
erklärt uns den Speisesaal, die Großküche und zeigt die Vorratskammer. Kurz
gesagt, wir konnten uns auch hier persönlich davon überzeugen, dass es den
Insassen gut geht, unsere dort untergebrachten Mitarbeiter bestätigten uns
ebenfalls, dass es an nichts mangelt. Sie
bekommen zusätzlich vom Staat für 8 Monate ein Überbrückungsgeld von ca. 50
US Dollar im Monat, dies entspricht ungefähr dem Netto-Gehalt eines Gärtners.
Unsere
Angestellten bekommen monatlich ihr Gehalt als Spende ausgezahlt, wenn Kamani zum „Dienst“ einteilt, dann wird dieses extra
bezahlt. 11 haben zinslose Kredite bei uns bekommen, für Anschaffungen,
Mopeds, Fahrräder, oder solch wichtigen Anschaffungen wie eine Brille, ja wir
haben ja noch dieses Paket von Veronika, fast einhundert gebrauchte Brillen
und da viele Menschen hier auch ihre Brillen in den Wassermassen verloren hatten,
wurden diese verteilt, so konnte mancher aus Lunukalapuwa
sich wenigstens eine Notbrille für den Nahbereich aussuchen. Mittlerweile
haben wir wieder fast 200 Brillen gesammelt. „Unser
Hotel steht für alle offen“ sagte Andreas in seiner Ansprache beim Meeting
mit der Dorfgemeinschaft, dies wurde wörtlich genommen und jeden Tag kamen
Bittsteller, auch unsere Patenkinder besuchten uns und wir konnten die
Verteilung für das erste Quartal durchführen. … jetzt
ein Besuch beim Prinzipal (Schuldirektor) im Ortsteil Godouda,
die Schule liegt sehr hoch, die Flut konnte ihr nichts anhaben, Unterricht
wie sonst auch, die Schule wird bereits seit 3 Jahren von uns gesponsert, wir
erklären dies Gamini und er erinnert an die
Information, welche wir gestern beim Lagebericht vom Gemeindevorsteher
bekamen, die Schule im Ortsteil Batthigama soll
zerstört sein, also ging es dorthin, als wir ausstiegen, hörten wir
Schülergesang, ein langes weißes Zelt war aufgestellt, der größte Teil der
Schule war zerstört, Trümmer, Dach weg, Einrichtung weg, vier Lerncomputer
ebenfalls, erfahren wir später. Mehrere Klassen hielten im Freien Unterricht,
Neugierig werden wir empfangen, der Prinzipal wird geholt, Gamini fängt mit Übersetzung an, ich krame die Fotos aus
der Tasche, Fotos einer Schule in Berlin von einer Kaffee und Kuchen Aktion,
„Hilfe für Kottegoda, sieht man auf der Infowand,
welche die Fotos zeigen, die gesammelten Euros davon sind in meiner Tasche,
dazu noch haben drei andere Spender die Schule bedacht, Schüler kommen, wir
sind umringt, ich zeige die Fotos, sie werden mir aus der Hand gerissen,
lachen, deuten, vorlesen, da kommt ein weiterer Mann auf uns zu, Soziologie
Professor Weeramunda aus Colombo war mit seinen
Studenten angereist „ wir machen hier ein Projekt mit unseren Studenten“
erklärte er mir, danach werden Fotos gemacht, dann werde ich die Spende los,
der Professor bittet uns in einen Raum in einem stehen gebliebenen Gebäude
und stellt uns Fragen, woher kommt das Geld, ich nehme wieder Sandras Liste,
Concordia Schule, Berlin, steht dort in den Überweisungsdaten, der Prinzipal
notiert, „alles geht in den Schulfond und wird sinnvoll eingesetzt“ erklärt Weeramunda und wieder haben wir es, dies gute Gefühl,
unvermittelbar, ich bekomme eine Visitenkarte, muss dafür noch die mail Adresse von Marion herausgeben, ja sie ist auch
Lehrerin, erkläre ich, sie war schon mal in Kottegoda,
auch die Namen der anderen Spender werden aufgeschrieben, Timo ist ein Sohn
meines Arbeitskollegen, weiss ich noch, er ist auch
Schüler, erkläre ich noch, alles wird aufgeschrieben, noch etwas Smalltalk,
dann werden wir noch herum geführt….. Wieder
zurück in Vattersgarden, Nancy möchte uns noch etwas zeigen und führt uns
noch links am Strand vorbei, ihre Tochter wohnt dort, gut dass wir noch
Reserven bei uns haben, man kann nicht aufhören, zu verteilen, zu geben, und
wieder bereue ich dass dieses Gefühl nicht vermittelbar ist, für die über 140
Spender, welche spontan so viel Geld gegeben haben, es sind über 50000 Mark,
sagt Andreas immer wieder, ja, er hat den Euro ja nicht mitbekommen in seinen
4 Jahren Sri Lanka, von der Mark zum Rupie, der Euro ist für ihn abstrakt. Jetzt
sind wir bei den Hütten angekommen, wir kennen diese aus Palmblättern
geflochtenen Unterkünfte, jetzt teilweise vom Wasser erfasst, ausgespült,
Kleidung, Geschirr, alles wurde in das Meer zurückgerissen, diese Hütten sind
illegal errichtet, hier wird kein Haus ersetzt, schlimmer noch, die
Katamarans sind weg oder zertrümmert, mit dem nächtlichen Fischen in diesen
Booten wurde der Lebensunterhalt bestritten, jetzt bleibt nur noch die Angel
für den Eigenbedarf, keine Frage, auch hierher müssen wir zurückkommen. Drei
Katamarans sind bestellt, werden dann an unserem Strand ihren Liegeplatz
haben und gemeinschaftlich genutzt werden, 350 Euro pro Stück, neu, denn
Gebrauchte gibt es nicht, die hat der Tsunami nicht
übrig gelassen. Danke Gamini, Ganlath, unseren Mitarbeitern, unseren Spendern und
Sandra und Jörg !
Jürgen Vatter (Bilder können durch darauf
klicken vergrössert werden) Zum Bericht: 5 Monate danach |
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