5 Monate danach . . .  Teil 4,  Bilder können durch darauf klicken vergrößert werden.

 

. . . konnte ich wieder mal nach Sri Lanka fliegen, wie immer Normalität am Flughafen, Normalität in der Hauptstadt, wo wir wieder mal vieles offizielles zu erledigen hatten. An der Strecke in den Süden sieht man noch viele Trümmer und viele Fundamente, sortierte Ziegelsteine, und besonders viel selbst gezimmerte Holzhütten, die Regierung, sagte man uns in Colombo beim Board of Investment hat schon mit dem Bau der versprochenen Häuser angefangen. Leider konnten wir bisher nur eine Siedlung mit 50 angefangenen Häusern finden, trotzdem sind die meisten Srilanker geduldig, aber die Kernfrage besteht immer noch, wann kommen wieder Gäste wie früher ?

 

Wir geben ermutigende Antworten, unsere Mitarbeiter verbreiten ebenfalls diese positiven Stimmungen, haben wir doch wieder seit April "normalen" Betrieb, es ist ein komisches Gefühl, in Vattersgarden zu sein und alles ist wie vorher, nichts scheint passiert zu sein, Kamani und Jayantha sprechen die Dinge aus, die wir bisher nicht äußern wollten: "better than before" und wenn ich mich umschaue muss ich den beiden Recht geben, aber, es bleibt für uns ein komisches unbeschreibliches Gefühl.

 

 

Der breite Weg von der wieder errichteten Rezeption nach oben auf den Hügel ist schmäler geworden, mit Natursteinen gepflastert anstatt Kiesel, neues Dschungelgras wurde verlegt, auch im neuen Ayurvedadorf wurden schmale Pfade aus Natursteinen verlegt, die neue Ayurvedaküche für die Herstellung der Güsse, Aufkochungen usw. ist größer und praktischer angelegt worden, die Cabanas haben jetzt eine Schlangendichte Innendecke aus Kohombaholz unter dem Illyuk Grasdach bekommen, die neuen Teakholzstühle im Restaurant wirken sehr elegant und der Pavillion bekam auch eine Renovierung.

 

Aber es zieht mich jetzt zur Schule, Hildegard und Erich kommen mit, sie sind beide gut gewappnet mit Blöcken, Stiften und allerlei nützlichem Krimskrams für die Lehrer und Schüler, klar, sie waren Beide im Lehreramt und wissen, was man so benötigt.

Die Schule muss weiterhin benützt werden, einige wohlhabende Familien senden ihre Kinder jetzt in andere Schulen, aber die armen Familien können sich diese Umsetzung nicht leisten, 326 Schüler sind so immer noch im Batheegama College.

 

Sie werden von 27 Lehrern unterrichtet und der Unterricht findet bei einigen Klassen bereits in provisorischen Unterrichtsräumen statt, welche von Schweizer Zimmerleuten schnell auf dem sicheren Hügel errichtet wurden. Wir übergeben den von einer Schule in Mühlheim durch mehrere Aktionen gesammelten Betrag im schnell arrangierten Meeting an Professor Weeramunde, Bücher wird man davon kaufen, das meiste wurde ja vernichtet, und geschlossene Bücherschränke zum Schutz dieser neuen Bibliothek.

 

Der Prinzipal stimmt zu, und danach spricht man noch über Möglichkeiten, stark betroffenen Schülern oder Familien zu helfen. Da wird uns Iresha vorgestellt, sie hat mit ansehen müssen, wie ihre Mutter von den Flutwellen weggespült wurde, schon reift die Idee, Irescha als Patenkind zu betreuen, 10 Euro pro Monat sind genug um zu gewährleisten, dass sie jetzt ihre Schulausbildung weiterhin bekommt und nicht den Haushalt führen muss. Und wir sind sicher, für weitere andere betroffenen Familien ebenfalls Patenschaften zu vermitteln.

 

 

Und da ist noch die fünfjährige Shalini, sie wird von Mitschülern getragen, ihre Beine sind zu weich, so kann sie nicht selbständig laufen, also Namen aufgeschrieben, Dr. Nallin wird sie untersuchen und unsere Klinik in Beliatta wird entscheiden, ob Shalini mit ayurvedischen Mitteln geheilt werden kann, oder ob wir für eine Operation sorgen werden.

 

 

Noch ein Besuch im Flüchtlingscamp, die Zelte sind weg, dafür baute die Regierung Holzhütten als Übergang, bis die soliden Häuser für die Vertriebenen errichtet werden. Jede Familie hat eine Hälfte von der Holzhütte, nach wie vor werden alle versorgt, Kleidung, Essen und Trinken und auch Garvins Familie wohnt noch dort „because of donations“ wie er schlitzohrig sagt.

 

Auch neue Patenschaften kommen zustande, ständig werden Familien vorstellig und natürlich kann man selten nein sagen, neuere Bittbriefe werden einem zugesteckt und natürlich weiß man nicht genau, welche darin geschilderten Geschichten denn wahr sind und welche nur abgeschrieben wurden.

 

 

Mittlerweile wurden 2 Katamarane angeliefert und unser Künstler Monasinghe, welcher das neue Relief an der Rezeption gestaltet hat, durfte dann auch gleich die gespendeten Katamarane des Trödelladens "Die Wühlmaus" aus Mühlheim an der Ruhr beschriften, dies hatten wir uns so ausgedacht und die anderen Katamarane wurden bzw. werden ebenfalls nach den Spendern bezeichnet. Umgerechnet 350 Euro kostet solch ein Boot und ist eine Erwerbsquelle für eine oder mehrere Familien.

 

Die Übergabe war sehr feierlich, Gamini und ein paar andere Honoratioren mussten natürlich alle ihre Reden halten, dann endlich durften die drei Familien die nagelneuen Boote übernehmen. Andere Familien müssen weiterhin auf die bestellten Boote warten, die Bootsmacher kommen kaum der Anfrage nach, Narade, ein Hochseefischer vom Ort, zeigt uns noch sein wiederhergestelltes Boot, die Motorreparatur kann er noch nicht bezahlen, ich sage ihm zu, dass wir Spender finden werden, schliesslich haben 8 Menschen auf seinem 14 m Boot dann wieder einen Arbeitsplatz, mutige Männer, welche darauf warten, wieder für 3 Monate auf Hochsee zu gehen…… (wird fortgesetzt)

 

 

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